Richard Hauser und Hephzibah Hauser (geb. Menuhin)

Richard Hauser
Richard Hauser
1.4.1911 (Wien) - 6.11.1990 (London)
Hephzibah Hauser, geb. Menuhin
Hephzibah Hauser, geb. Menuhin
20.5.1920 (San Francisco) - 1.1.1981 (London)
 

Kurzportrait

Richard und Hephzibah Hauser emigrierten 1957 von Australien/Sydney nach Großbritannien/London. Richard Hauser, aufgewachsen in Wien, verließ 1938 Österreich auf Grund der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung durch die NationalsozialistInnen. Hephzibah Menuhin, erfolgreiche Pianistin, war die Tochter jüdischer Emigranten, die vor dem Ersten Weltkrieg nach Amerika auswanderten.

Hausers initiierten in vielen Ländern Projekte, entwickelten Methoden zur Gruppen- und Gemeinwesenarbeit, schrieben Bücher über ihre Arbeit und setzten sich theoretisch und praktisch mit verschiedensten Themen auf kommunaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene auseinander. Sie widmeten einen Großteil ihres Lebens der Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse. Kriegs- und Nachkriegszeit prägten beide wesentlich. Ihre Gemeinsamkeit war die Vision einer "besseren" Gesellschaft, in der sich Frauen und Männer, selbstverantwortlich und selbstbestimmt den Gefahren von Entsolidarisierung, Isolierung und vielfältigen Manipulationen u. a. durch PolitikerInnen, entgegenstellen. Hausers sahen politische Legitimation und soziale Stabilität nicht im Individuum, sondern im Kollektiv.

Widerstand üben, kritisieren und nach dem "Warum" fragen, egal ob Kinder, Gefangene, PatientInnen, alte Menschen usw., waren Schlüsselelemente ihrer Theorie. Es ging Hausers um eine Neubestimmung des Verhältnisses zwischen Staat und BürgerInnen. Richard und Hephzibah Hauser kritisierten das Bildungssystem scharf, das vor allem SpezialistInnen ausbilde und Fachwissen vermittle. Gefordert und teilweise umgesetzt wurde von Hausers soziale Bildung und soziales Training als Querschnittsmaterie, d.h. in Grundschulen, in verschiedenen Berufssparten, durch alle Konfessionen und in unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. Durch soziale Erziehung/Bildung zur sozialen Verantwortung zu kommen, ist der Grundtenor.

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